Die Folgende sind die schriftiche und mundliche Teile des Hausarbeits zum deutschen Diplom der Open University

Hör den mundliche Teil zu

 

Deutsche Identität- was ist das?*

 

die Leidenschaft, mit der die Debatte um unsere nationale Identität in den letzten Wochen geführt wurde...(1)

 

Daß der Generalsekretär der CDU im Jahre 2001 in einem Tageszeitungartikel so etwas erklären könnte, bezeichnet, daß noch zur heutigen Zeit die Deutschen mit ihrer eigenen nationalen Identität befaßt sind.

Es geht herein um diese Frage. Welche Faktoren entweder in der Vergangenheit eine wesentliche Rolle gespielt haben, oder vor allem in der Gegenwart dazu relevant darum sind? Grundsätzlich sollte die Nation einer der wichtigsten Faktoren sein, was zu einer nationalen Identität beitragen müß. Dann sei beispielsweise deutscheIdentität ohne Deutschland ein Unsinn!

Es fügt hinzu, die Deutschen, die aus Deutschland im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderten, suchten dort unter allem ihre deutsche Identität zu bewahren. Zur Folge, wird der Begriff >Nation< hervorgebracht, womit es sich um einen Blick auf die staatliche Geschichte handelt. Unter Nation sei die Sprache grundliegend untergeworfen.

Die deutsche Sprache wird oft in Dialekten ausgesprochen, wodurch eine regionale Identität zum Teil am ersten Rang zu bewerten sei. Es wird gezeigt, daß Sprache ein Problem für die Identität der Einwanderer, die in Deutschland eingebürgert werden, aufwirft. Danach kommt in Spiel die Identitätskrise der deutschen Juden. Schließlich geht es um die Wende, weswegen die aktuelle erneute Diskussion über nationale Identität in Gang gesetzt wurde.

 

Die deutsche Landwirtschaft wurde im Jahr 1816 von einer Mißernte gekennzeichnet. Deswegen fand die erste Massenauswanderung vor allem nach Nordamerika aus Deutschland statt. Die Auswanderer suchten danach, zur Ergreifung einer Erfolgsaussicht. Verschiedene Faktoren wirkten so aus, daß bis zum Jahrhundertsende fast fünf Millionen Deutschen vor allem in der USA eingesiedelten.

Viele dieser Auswanderer haben Briefe an ihrer Familie und Freunden geschickt. Während in diesen Briefen sowohl schlechte Erfahrungen als auch Erfolge beschrieben wurden, hatten viele Briefschrieber gezeigt, daß sie ihr ehemaliges Alltagsleben weiterzufahren suchten. In einem solchen Brief ging es um die Bewahrung nicht nur einer kirchlichen Mitgliedschaft, sondern auch der Fortsetzung der deutschen Traditionen. Es sieht so aus, daß die Schreiberin über die Einrichtung derdeutsch-katholischen Kirchen jubelte. Die klare Meinung, ist die Suche nicht nur nach Vertrautheit, sondern der damit verbundenen (deutschen) Identität.

 

Jens Schneider indem in den Begriff >Identität<, erklärt, die Beziehungssetzung des Individuums zur Gemeinschaft würde [..] mit der Begriff Identität bezeichnet (2). Über eine nationale Identität fügt er hinzu, die nationale Identität beziehe sich vor allem auf die Idee der Nation und weniger auf die konkreten Grenzen, Landschaften, Leute oder das politische System(3). Er hält den Begriff für subjektiv zu sein. Nach anderen Ansichten ist es als objektiv zu betrachten. Eine deutsche Identität gehört irgendwem ,der deutsche Bürger ist, ob der in Deutschland geboren wurde und noch dort lebt oder derjenige Einwanderer, der deutsche Bürgerschaft erwarb.

 

Dann ist es ohne Frage, wie noch klargemacht wird, daß die deutsche Identität untrennbar mit der deutschen Nation ist. Wenn man die deutsche Nation historisch betrachten möchte, um die Entwicklung der Identität besser zu verstehen, muß die Begründung der deutschen Nation in Kenntnis genommen werden. Bis zur Zeit des Napoleons bestand >Deutschland< in dem sogenannten >Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen<. Zwar war dieses Reich eins, das auf eine >deutsche Nation< schließen ließ, aber aus zwei Gründen keine freistehende Nation enthielt. Auf der einen Seite war dieses Reich etwas universales und nicht national, auf der anderen Seite, bestand es aus einer Gruppe von souveränen Staaten, die unter der Macht der Grafschaft und Fürsten lag. >Der Begriff (der Nation) sei bewußt Antithese zur Fürstensouveranität< (4). Ein populärer Aufstand fand im Jahr 1816 statt. Daher am 27 Mai 1832 versammelten sich auf dem Schloßberg von Hambach 30.000 Männer und Frauen. Ein Ausruf wurde berichtet: >Heil dem Tag, wo Deutschlands Fahne Männer aus allen Gauen des Landes zur brüderlichen Eintracht vereinigt< (5). Unter allem war dieser ein Ruf nach einer freien, geeinigten, nationalen Identität, dem Fürstentum entgegengesetzt.

Historisch folgte es über die 1848 Revolution auf im Jahr 1871 die Gründung der Ersten Deutschen Reichs. Heran bestand kein Schluß der Staatsbildung, sondern unter anderem Sachsen, Bayern und Württemberger sollten ihre eigene Identität umorientieren.

Schrittweise fuhr diese Bildung bis zur Nazizeit fort. Wegen der Ereignisse von der Machteingriiffübernahme des mit rassistischen, rechtsextremistischen, antisemitischen Ideen geleiteten Hitlers bis zum Kriegsende erfuhren die Deutschen selbst einen Schock erfahren zu haben. Unter allem wirkte sich der Holokaust schlecht auf die Deutschen, deren die Verbrechen vorgeworfen wurden, so daß die Holokaust als eine Schande berechnet wurde. Was noch kaum nachzudenken war, fühlten sich die Deutschen wie gebrandmarkt zu werden.. Dann äußert Knopp, das Verbrechen sei von deutschem Boden ausgegangen. Der Mord an den Juden Europas gehöre zur deutschen Geschichte. (6). Es wird oft gesagt, daß bis zur Befreiung der Konzentrationslager die Deutschen von der Ermordung der Juden gar nichts wußten. Es ist verständlich, daß die Deutschen bestritten irgendetwas darüber zu wissen. Angesichts dessen ist es leicht mit Kempf übereinzustimmen, die Suche nach der >deutschen Identität< sei natürlich heikel, weil durch die Vergangenheit belastet< (7)

 

Da die Sprache mit einer Nation verbunden ist, wäre es angebracht einen Blick darauf zu werfen. Zunächst zu merken ist, daß die Sprache einen Schwerpunkt für die deutschen ins Exil gegangenen Autoren war. Die Nationalsozialisten hatten die Sprache mißbraucht um das innerliche Denken der Deutschen unbewußt zu beeinflußen. Sie hatten einige bestimmte Wörter regelmäßig für andere Wörter eingesetzt

Beispielsweise floh Peter Weiss nach Schweden ins Exil. Er versuchte die schwedische Sprache zu verwenden. Dann bemerkte er, er schrieb nur was aus dem Inneren herauskam, was er dann auf Schwedisch übersetzten sollte. Später verstand er, daß dies bedeuten würde: seine Identität zu verwechseln. (8)

Auch werden ausländische Autoren, die in Deutschland einwanderten und -siedelten, von sprachlichen Problemen konfrontiert. Der tschechische Schriftsteller Ota Filip fand heraus, während seine Muttersprache von slawischen schwärmerischeen Ausdrucke geprägt wurde, daß er sich in der deutsche Sprache ausdrücken sollte. Er fand einen Widersinnigkeit zwischen der lyrischen tschechische Sprache und der präzisen Deutschen. Doch der Türke Selim Özdogan meinte, er sei etwas Neues, das er jetzt eben auch gebe (9). Es ist hinzuweisen, er meinte eine neue Identität entwickelt zu haben.

 

Wir wollen uns nun mit dem Dialekt befassen. Zwar wird die schriftliche deutsche Sprache durch die Rechtschreibungsregeln eng begrenzt, aber anhand mündlicher Sprache, gibt es eine riesige Reihe der regional bestimmten Dialekte. So groß sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Mundarten, daß Menschen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands wegen Mißverständnisse kaum miteinander reden können. Stärker noch sind die Schwierigkeiten, die vielen Ausländern begegnen. Oft wird der Punkt erreicht, wo besonders Gastarbeiter und Asylanten sich so gesellschaftlich ausgegrentzt finden, worin fehlt ihnen Identität. Bei einem Gespräch zwischen einer britischen Touristin und einem Deutschen, erklärt der Deutsche, >Dialekt bedeutet für viele ein Stück Identität< (10)

 

Relevant werden die Lebensumstände der Deutschen, die im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert waren. Darüber wurde bestätigt, viele von Ihnen suchten nach Vertrautheit, damit ihrer Identität. Trotzdem sollte ein weiterer Faktor behandelt werden. Suchten die Auswanderer nicht, eine neue Heimat zu erfinden? Weil die Antwort ja lautet, müssen wir in eine andere Frage hineingehen. Was bedeutet der Begriff >Heimat<?

Dieser Begriff hat sich historisch umgewandelt, was der Kurs der Geschichte der Nation widerspiegelt. Es ist interessant, verschiedene Lexikon-Definitionen durchzulesen. Vor dem Entstehens des Wörterbuchs, hat Schiller im Jahr 1780 geschrieben, einen, den das fürchterliche Heimweh bis zum Skelett verdorren gemacht habe, in sein Vaterland zurück, er werde sich in blühender Gesundheit verjüngen. Eine Reihe der Lexikonen haben (stichwortartig gekürzt) >Heimat< definiert.

1830. Land worin man geboren wurde, Land der Kindheit

1894 Ort worin sich das Zuhause befindet

1931 Gleichbedeutend mit Vaterland

In den 90er Jahren wurde geschrieben, >In vielen Ländern Deutschlands ist ein regionales und heimatbezogenes Bewußtsein mindestens ebenso ausgeprägt wie die nationale Identität< (11)

 

Um eine Diskussion über die deutsche Identität vollständig zu bringen, sollte auch die Wichtigkeit einer regionalen Identität betrachtet werden. Ehe wir hineingehen, müssen wir darüber klar werden, daß Heimat oft mit entweder einer bestimmten Region oder mit einem bestimmten Ort verbunden ist. Der Showstar Thomas Gottschalk erklärt, das für ihn >Heimat< bestimmt nicht mit >Zuhaus< war. Um sich mit dem mit Heimat verbundenen Gefühl der Vertrautheit zu beruhigen, erinnert er sich an einem besonderen Ort. Der Ort seiner Kindheit klingt noch mit glücklicher Zeit. Es folgt davon, daß ein innerlic festgestelltes Heimatsgefühl eine regionale Identität verstärken könnte.

Weiter wirkt möglicherweise an die Entwicklung einer regionalen Identität mit Heimat-Gefühl der örtliche Dialekt zusammen. Der Stuttgarter Komödiant Christoph Sonntag, um seinem Publikum Mut zu geben, spricht auf der Bühne schwäbische Mundart. Er denkt, was sehr wichtig sei, sei den Schwaben eine Identität zu geben (12).

Eigentlich halten einige Deutsche am ersten Rang ihre regionale Identität. Jens Schneider hat sein Buch >Deutschsein< auf vielen Interviews basiert. Er schuf die Aussage einer Leipzigerin hinein, die so behauptet: sie sei Leipzigerin. In Leipzig geboren, aufgewachsen [....] Sie sei stolz darauf. Sie sei froh, das sie in dieser Stadt großgeworden sei. (13)

Von einer regionaler Identität geprägt ist auch der Ostfriesenverein Wilhelmshafen, ein Mitglied dessen betont, sie halten sich vor allem für Ostfriesen und nur danach für Deutschen. Für sie steht der Staat an zweiter Linie.

 

Zusätzlich zu den für die deutsche Identität wesentlichen und noch nicht vorgestellten Faktoren, spielt die Religion eine grundliegende Rolle dort. Viele der Kriege, die Jahrhunderten hindurch, die das gegenwärtige Deutschland geschaffen haben, hatten in religiösen Konflikten ihren Ursprung. Immerhin hat Hitler die christlichen Kirchen um ihre Unterstützung bitten müssen.

Obwohl nicht jeder Deutscher an einem christlichen Glauben festhält, glaubt er an irgendeinem Gott. Ebenso ist Deutschland noch ein christentumliches Land. Noch machen Autobahnfahrer eine Reisepause um eine Kapelle zu besuchen, worin er eine Kerze anzünden.

Dazu lebt eine Minderheit der Kirchenmitglieder aktiv in ihrem Glauben. Beispielsweise hat eine nach Berlin umgesiedelte Franziskanerin Schwester Monika eine Suppenküche eingerichtet, um sich um die Obdachslosen zu kümmern. Für sie ist das Entschiedenste aus ihrem Glauben zu leben (14) Herauskommt dies nicht aus ihren eigenen Identität?

Weiter schlage ich vor, daß obwohl die Mehrheit der heutigen Deutschen keinen festen christlichen Glauben hält, spielt diese Religion einen unbewußten sogar indirekten Einfluß auf ihnen und auf ihrer Identität. Die von Luther im Jahr 1522 übersetzte >Septemberbibel< ist das Fundament der hochdeutschen Sprache. Obwohl er auf dem größten Teil mit der Meißner Deutsch arbeitete, brachte er damit Wörter anderer Dialekte zusammen, so daß dieses Hochdeutsche als Amts- und Schriftsprache verwendet wurde. Die Sprache, die als Schriftsprache in den deutschen Köpfen steht, stammt aus einer biblischen Übersetzung..

Jetzt müssen wir uns mit den Angehörigen einer bestimmten Religion noch beschäftigen. Wir fangen an mit einem Beispiel. Nathalie Khan ist eine junge Jüdin. Sie geht, wie andere junge Juden nur an den Feiertagen in die Synagoge. Trotzdem engagiert sie sich in der jüdischen Gemeinde. Wieso ist das eigentlich? Dann lebt sie getrennt von der christlichen Gesellschaft, Fremd in einem fremden Land.

Es könnte darauf hingewiesen werden, daß der Ursprung der jüdischen Probleme, besonders für die, die aus Deutschland stammen oder dort leben, zur Nazizeit zurückgeht. Von Hitler wurden die Juden zugeschrieben. Sie haben sowohl den gelben Stern als auch das Etikett >Jude< tragen müssen. Der Status >Deutsch< wurde ihnen aberkannt. Schneider hat darüber geschrieben, die Tatsache, das die Zuschreibung individueller Zugehörigkeit auch von außen erfolgen könnte [....] lasse ein großes Potential an [....] Identitätsproblemen ahnen.(15)

Nach dem Massenmord in den Konzentrationslagern, überlebten Tausende der ( meistens deutschen) Juden, deren viele nach Kriegsende nach Deutschland zurückkehrten, um dort zu leben und nach ihrer Identität zu suchen. Dann begannen erneut Bedrängnisse. Kaum konnten sie an dem Judengott glauben. Kaum hielten sie Bewußtsein von jüdischer Geschichte und Kultur. Ältere Juden wurden davor bedroht, daß noch in Deutschland sinnlose Rechtsextremisten Synagoge sowie Friedhöfe anschlugen. Nie ist die Vergangenheit vorbei. Kaum könnten die deutschen Juden eine deutsche Identität gönnen.

 

Zunächst Lege ich vor, wir können die Zuwanderernicht aus dieser Diskussion ausscliessen. Im Jahr 1990 waren 7,9 Prozent der Gesamtzahl der in Deutschland beschäftigen Arbeitnehmer ausländisch. Wie waren und noch sind ihre Lebenserfahrungen in Deutschland? Hiermit liegt eine sekundäre Frage. Inwieweit haben sie eine deutsche Identität gekriegt? Während die in den 50er und 60er Jahren nach Deutschland angekommenden Gastarbeiter vorhatten, nach erst ein paar Jahren heimzukehren, blieben viele sogar Jahrzehnte in Deutschland. Unter ihnen ist ein Italiener, Paolo Monteleone, der betont, seine Heimat sei heute Deutschland. Er lebe gern dort. (16)

Die größte Zahl der eingesiedelten Ausländer besteht aus Türken. Sie können von zwei Arten von Schwierigkeiten unterdrückt werden, und müssen dagegen kämpfen.

Anhand der Rolle, die Sprache für eine Identitätsgefühl spielt, werden noch die Erfahrungen des türkischen Schriftstellers Selim Özdogan behandelt. Aber wie geht es der Mehrheit der türkischen Migranten? Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den ersten und den nachfolgenden Generationen. Dann kam meistens die erste Generation ohne irgendeine Kenntnis der deutschen Sprache nach Deutschland. Weil sie sich mit soviel beschäftigen müssen hatten, gab es kaum Zeit oder Kraft Deutsch zu lernen, so daß sie nie ihre Sprachkenntnis jenseits der Lebensnotwendigkeit schufen. In Zusammenhang mit einem Vorurteil als >Kopftuchträger< bezeichnet zu werden, ist es kaum Wunder, daß sie sich gesellschaftlich ausgegrenzt zu leben fühlen, so daß sie kein Gefühl der deutschen Identität annehmen können. Poetisch ausgedrückt:

 

ich bin Türke

ich bin der Türkei geboren

ich bin Deutsch

ich wohne in Deutschland

 

ich bin Türke

Muttersprache ist Türkisch

ich bin Deutsch

Alltagssprache ist Deutsch

 

ich arbeite in Deutschland

meine Freunden sind Türken

wer bin ich? (17)

 

Alles ist leichter für die zweite Generation; geboren in Deutschland, gebildet in Deutschland. Typisch ist ein türkischer Student, der sagt, unter den Studenten (dort), sei das nicht so wichtig, wo einer herkäme, glaube er, zumal er auch keinerlei Sprachprobleme habe (18)

Hinzu kommt noch die moslemische Religion, die die Türken halten. Während einige ihnen ihren Glauben nicht im Alltag praktizieren, sei Islam wichtig für sie, weil Moslems ihre Identität bekennen.

 

Bevor alles in Zusammenhang gebracht werden kann, müssen wir weiter an der Geschichte der deutschen Nation zurückdenken. Das Jahr 1982 war das 150. Jubiläum des Hambacher Anrufs, der nach >Einheit und Freiheit< forderte. Bürger aller politischen Richtungen haben ein gleichbedeutendes Volksbegehren unterzeichnet. Die am 2. Mai 1989 stattfindede Eröffnung der Grenze zwischen Ungarn und Österreich machte die Forderung zwingend, so daß im Herbst 1989 die Ostdeutschen mit dem Ruf >Wir sind das Volk< auf den Straßen von Leipzig und Berlin demonstrierten. Plötzlich fiel die Berliner Mauer.

Was danach geträumt wurde, wandelte sich zum Alptraum. Anhand der deutschen Identität, die Ereignisse und Gefühle in der ehemaligen DDR stellten viele dar, was relevant dazu ist. Die Frage nach >Deutschsein< ist eine Achillesferse geworden, so daß die Diskussion über deutsche Identität wiederauferstanden wurde..

Dieser Schattenseite der Wende fragte Rainer Kunze (19) dichterisch:

 

Als wir schleiften, ahnten wir nicht

wie hoch es ist

in uns

 

Wir hatten uns gewöhnt

an ihrem Horizont.

 

Eigentlich, während die Berliner Mauer an einem bestimmten Datum klar vor uns in Fernsehen niedergeschlagen wurde, stand noch hartnäckig die Mauer in dem Kopf. Diese innerliche Grenze blieb zwischen zwei Kulturen und zwei Mentalitäten. Wenn man der Aussage >Wir sind das Volk< nachdachte, hätte man noch >wer sind wir?< nachfragen müssen. Über den Gewinn an Freiheit betont Eberhard Brecht, sei kaum eine Leistung, kaum ein Ergebnis geblieben, auf die Selbstbewußtsein und Anerkennung gründen können würden. (20)

Tatsächlich hatten die DDR-Bürger einen Kulturschock gelitten, wofür ein neues Wort entstand: >Ostalgie<. Obwohl sie seit 40 Jahren unter einer Diktatur gelebt hatten, waren ihre Lebensverhältnisse vertraut. Sie hatten sich darum orientiert, was plötzlich vorbei war. Nach Ansicht von Brecht (21) wurde ihre gesellschaftliche, wirtschaftliche Ordnung vollständig übernommen. Ein neuer Begriff wurde verwendet: >Kolonalisierung<..

Dazu erläutert Dieckmann, >Die zentrale Erfahrung des DDR-Bürgers war die Nicht-Identität< (22), Einige Ostdeutschen hielten ihre Identität als Ostdeutsche fest. Zur Verstehung dieser Meinung, sollte nicht vergessen waren, daß die Mehrheit der Ostdeutschen in der DDR aufgewachsen wurden. Nur wer 1989 ein Übersiebzigjährige war, konnte sich gewiß an einen freien demokratischen Staat erinnern.

Im Gegensatz hat sich der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt bei einer Reportage in >der Zeit< geäußert, >Es zusammenleben, was zusammengehört<. Die Spaltungsjahre hindurch waren Ost- und Westdeutschland wegen der gemeinsamen Sprache miteinander verbunden. Die DDR-Bürger blieben Deutsch. Dann waren Sprache, Kultur, Geschichte in der BRD und der DDR unterteilt. Viele meinten, Ostdeutschland wäre kein Staat, sondern ein Teil, ein Gebiet vom gesamten Deutschland. Hierzu faßt Kempf alles zusammen. Sie, die Westler und Ostler seien deutsch, weil sie ihr Vaterland, ihre Muttersprache, ihre Geschichte, ihre Kultur, verbänden (23)

 

Zusammenfassend bestätige ich, daß die deutsche Nation von der deutschen Identität untrennbar ist. Hier spielen wir mit der Semantik. Die Geschichte kann nur beschreiben, wie es einer Nation geht. Nur die Bedrängnisse der Nazizeit sowie der 90er Jahre wirker so, ein Deutsch-Gefühl zu vermindern. Die Sprache ist zwar ein mit der Nation verbundener Begriff, der locker Dialekt, Heimat und Region zueinander in Beziehung setzt. Die Rolle, die die Sprache spielt, könnte entweder positiv oder negativ an das Identitäts-Gefühl auswirken. Beispielsweise wurde wegen der Sprache die erste Generation der angesiedelten Türken eine deutsche Identität fast verneigt. Sowohl für die Türken als auch die Juden hängt ein (nicht-deutsches) Identitäts-Gefühl von ihren eigenen Religionen ab.

Zuletzt haben wir uns mit der Wende sowie den Jahren nach der Wende uns beschäftigt. Für die Deutschen wurde hiermit die Frage nach ihrer eigenen Identität von neuen fortgesetzt. Die wesentlichen Faktoren dabei hatten mit >Heimat< und >Region> zu tun. Auch spielt >Nation< eine Rolle, was für die DDR-Bürger zugleich DDR und das gesamte Deutschland geworden ist. Hauptsächlich macht der Lauf der Geschichte einer Nation das Identitäts-Gefühl ihrer Bürger begrifflich.

Grundliegend für die deutsche Identität sind die deutsche Nation und ihre Geschichte, auch die Sprache, die Heimat und die Region, die eine innerliche Auswirkung auf subjektive Gefühle vollbringen.

 

Bibliografie- und Literaturverzeichnis

 

1. Meyer, Laurenz, zitiert in >die Angst vor der Nation<, Hans-Joachim v. Leesen, Ostpeußenblatt, 21 April 2001

2. Schneider, Jens. >Deutschsein<s34, Campus Verlag, Frankfurt-New York,2001

3. Schenider, Jens, op cit, s39

4, Kempf, Volker in Kempf, Volker u. Strelow Heinz-Siegfried, >Naturkonservative heute<, s. unbekannt, Verlag Die Blaue Eule, 2002, von Internet heruntergeladen

5. zitiert in Knopp, Guido u. Kuhn, Ekkehard, >die Deutsche Einheit<, s18, Ullstein Sachbuch, 1991

6. Knopp, Guido, >Holokaust<, s10, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2001

7. Kempf, Volker, op cit

8. Weiss, Peter, zitiert in Variationen Kursbuch 2, s48, Open University, 1999

9. Özdogan, Selim, zitiert in Variationen Kontexte, s19, Open University, 1999

10. Variationen Übungskasette 3, Hörabschnitt, 9, Open University, 1999

11. Mog, Paul u. Althaus, Hans-Joachim, zitiert in Variationen Kursbuch 1, s52, Open University, 1999

12. Sonntag, Christoph, zitiert in Variationen Kursbuch 2, s29, Open University, 1999

13. Schenider, Jens, op cit, s142

14. erwähnt in Lyall, Ian, >Religiöse Glauben in Deutschland<, Open University Kurs L231, TMA6, 2002

15. Schneider, Jens, op cit, s37

16. zitiert in Variationen Materialenbuch 2, s87, Open University, 1999

17. Lyall, Ian, >Wer bin ich?<, unveröffentlichte Gedicht

18. zitiert in Variationen Kursbuch 2, s67, Open University, 1999

19. zitiert in Glaser, Hermann (hrsg), >die Mauer fiel, die Mauer steht<, s218, dtv München, 1999

20. Brecht Eberhard, in Glaser, Hermann, op cit, s232

21. ebenda

22. Dieckmann, Friedrich, in Glaser, Hermann, op cit, s235

23. Kempf, Volker, op cit

 

Die Identität der Ostdeutschen: Abschrift

In Deutschland hat die Wende zu einer erneuten Diskussion über die deutsche Identität geführt. Im Jahr 2001 hat Prof. Dr Rolf Reißig, ein Politikwissenschaftler von dem Brandenburg-Berliner Institüt für Sozialwissenschaft gescrieben, >Die Ostdeutschen bezeichnen und sehen sich heute zuerst als Ostdeutschen. Dazu die Ostdeutschen bauen eine Identität als Ostdeutschen auf<

In diesem Vortrag möchte ich mich mit der Frage der deutschen Identität beshäftigen. Zwischen den Jahren 1949 und 1989 wurde Deutschland in zwei Teilen getrennt, in der westlichen Teil, die Bundesregierung, in der Östlichen Teil, die Deutsche Demokratische Republik. Sie haben sich auseinanderentwickelt.

(Zögern) Die Ostdeutschen sind in diesen Jahren hindurch noch Deutsch geblieben. Beide waren von derselben Sprache bestimmt. Dann, zum Beispeile, im Jahr 1985 bei einem Berlin-Besuch wurde Honecker, der DDR-Regierungschef als >Staatsgast< empfangen.

(Zögern)Warum dann die Stimme >Wir sind das Volk<, mit der die Deomonstranten auf die Straßen der Berlin im Herbst 1989 gingen? Eigentlich, suchten sie nach, ja, einer deutchen Identität. Wie ging ihre Identität schief?

Trotzdem haben sich zwei Mentalitäten im Ost und West entwickelt. Doch! Unter der kommunistichen DDR Regierung hatten die Ostdeutschen Bedrängnisse gelitten. Ja, dafür haben die Bürger an dieser Regierung und die Lebensverhätnisse angepaßt. Ja, eine Lebensnische. (Zögern) Dann waren die Mehrheit dort geboren, und, ja, aufgewachsen. Das bedeutete (Zögern) eine eigene Identitäts-Gefühl. Und nur wer ein Übersiebziger war hielt einige Erinnerung der Demokratie und (Zögern) Freiheit.

(Zögern) In der Osten nach der Wende war eine, was hieß >Ostalgie< bemerkenswert. Das, ja, natürlich nach der anfängliche Euphorie. Das war eine Nostalgie nach dem, was die gute Erinnerungen hervorbrachte. Dann hatten sie Angst; Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Steuerehöhungen, das sie in den Nachwendejahren bedroht. Sie hatten auch Angst vor einer Verlust an Sozialsicherheit, an gute nachbarliche Beziehungen. Ja, was sie in der DDR genossen haben.

(Zögern). Dann gab es eine Kluft zwischen staatliche Bermerkungen und, ja, alltägliche Realität. Alles stimmte nicht überein. Einfach, paßten nicht ost und west Deutschen  zusammen. Die Ossis fühlten sich als von Wessis übernommen zu werden. Die Wessis sahen sich als fortgeschtrittende Menschen. Die Stimme >Wir sind das Volk< war, ja, zu einer Frage, >Sind wir ein Volk?< umgewandelt. (Zögern). Eine Leipzigerin hat so geäußert, >Ich fühle mich mehr zu Hause in Paris als in Leipzig< Woran liegt ihre eigene Identität? Obwohl beide Ostler und Westler Deustche waren, gab es, ja, eine Verhinderung an Zusammenleben und Zusammenarbeit.

(Zögern). Eigentlich blieb eine innerliche Mauer noch nicht niedergeschlagen. Dies bedeutet unter allem, eine weitgehende Trennung zwischen Ost und Westdeutschen , und doch an eine echte deutsche Identität. Deswegen hielten sie ihre eigene Ostdeutsche-Identität.

(Von meinem Tutor korrigieret)